Review: World War Z

Bevor ich gestern ins Kino gegangen bin, um mir World War Z anzusehen, habe ich beschlossen, hinsichtlich diesem Review das Buch außer Acht zu lassen, um den Film fair bewerten zu können. Immerhin wäre ein Vergleich von Buch mit Film ein Vergleich von Äpfel mit Birnen. Während des Filmes wurde mir allerdings klar, dass das für mich nicht funktioniert, zu massiv wurden Grundprinzipien des Buches verändert, um einen halbwegs passablen Actionfilm zu produzieren, und seien wir uns ehrlich, wenn man einen Film produziert, der „World War Z“ heißt, darf man sich nicht beschweren, wenn man Vergleiche zieht.

Aber zunächst einmal: wieso wird überhaupt ein Film nach einem Buch benannt, wenn die Handlung fast nichts mit der Vorlage zu tun hat?

Diese Frage lässt sich mit drei Schlagworten beantworten: Marktfähigkeit, Wiedererkennungswert und Geld.

Durch den hohen Wettbewerb zwischen den Filmen haben Filme an sich heute nicht mehr viel Zeit, um die Produktionskosten wieder einzuspielen. Das war früher anders – nehmen wir zum Beispiel den ersten Star Trek Film aus den 70ern und Star Trek aus dem Jahr 2009 und die Frage, wieso man Star Trek überhaupt noch einmal aufwärmen musste, anstatt einen neuen, originellen Science Fiction Film zu drehen.

Im Jahr 1979, als der erste Star Trek Film erschienen ist, gab es drei Fernsehsesender in den USA: NBC, CBS und ABC. Es gab ein paar Radiosender, und es gab nicht so viele Neuerscheinungen im Kino wie heute. Heute gibt es ein unendliches Angebot an digitalen und analogen Unterhaltungsmedien, es erscheinen monatlich so viele Filme, dass man sich im Normalfall keinesfalls alle anschauen kann. Der Markt ist dermaßen übersättigt, es gibt so viele Quellen, aus denen man sich bedienen kann, wenn man unterhalten werden will, dass es zu einem „Blurring Effect“ kommt, der die moderne Populärkultur betrifft: Je weiter man in die Vergangenheit geht, desto besser erinnert man sich an Titel von berühmten Filmen – weil der Markt noch nicht so übersättigt war. Das kann man sogar noch bis in die frühen 90er anwenden. Jeder erinnert sich, dass Jurassic Park 1994 der Blockbuster schlechthin war. Oder „Jaws“ in den 70ern. Welcher Film allerdings war 2012 der Sommerblockbuster? Oder besser gesagt, einer der drei selbsternannten Blockbustern, von denen meistens dann einer ohnehin floppt? Nachschauen gilt nicht. Ich persönlich erinnere mich gerade nicht wirklich. (edit: Ich habe im Endeffekt zwei Tage an diesem Text gearbeitet, und während dieser Zeit ist mir – gemeinsam mit meiner Freundin dann „Prometheus“ eingefallen. Wir mussten aber tatsächlich ein bisschen überlegen – es ist fast, als würde man versuchen, sich an das Mittagessen von letzter Woche zu erinnern.)

Also ist es logisch, wenn man auf Dinge zurückgreift, die den Film eine höhere Wiedererkennungsnote verpassen – das wirkt sich dann gut an den Filmkassen aus. Tatsächlich, und das ist ja nicht neu, sind 96% aller Hollywoodfilme der Jahre 2008 und 2009 Remakes, Reboots, Fortsetzungen oder Adaptionen gewesen (Quelle: „redlettermedia.com“). So ziemlich jeder Film ist ein Remake von einem Film, eine (Pseudo)adaption von einem Buch oder Comic oder Spielzeug, Fernsehserie oder Computerspiel oder ein Reboot einer klassischen Filmreihe. Wobei man die Spiderman-Filme mit Tobey Maguire unmöglich eine „klassische Filmreihe“ nennen kann, da gab es das „Reboot“ quasi zehn Minuten (stark übertrieben) nach dem letzten Film. Höhere Wettbewerbsfähigkeit durch Markenwiedererkennung – und weil in Hollywood nun einmal das Geld regiert, ist es logisch, dass dadurch die Kreativität und Vielfältigkeit leidet. Im Endeffekt sind viele Filme absolut austauschbar – die Handlungen vorhersehbar, das Ende meistens logisch und nicht überraschend – denn wenn erst einmal ein Erfolgsrezept gefunden worden ist, folgt man lieber diesem, als sich auf riskante Experimente einzulassen.

Und das ist nun einmal das Problem mit World War Z. Das Buch verkauft sich gut und hat innerhalb kürzester Zeit einen gewissen Kultstatus erreicht – und sobald ein Buch ein Bestseller ist, wird er verfilmt. Harry Potter, Twilight, The Hunger Games, sogar Ratgeber wie „What to expect when you’re expecting“ und demnächst 50 Shades of Grey – logischerweise wagt man sich an eine Filmadaption von World War Z. Allerdings kann man aus „World War Z“ keinen mainstreamtauglichen 90-Minüter machen, der im Idealfall eine möglich niedrige Zuschauerfreigabe bekommt, damit er so viele Kunden wie möglich erreicht. Deswegen muss eine Handlung gefunden werden, die dem Erfolgsrezept des Kinos heutzutage folgt – ein Mann alleine, der seine Familie retten will und gegen einen übermächtigen Gegner ankämpft, darauf lässt sich die Handlung runterkürzen – aber zumindest noch irgendwie mit der Vorlage zu tun hat, damit man den verkaufsfördernden Titel folgt – eben World War Z.

Hier sind also meine Eindrücke des Filmes, und ich werde so objektiv und fair wie möglich sein, allerdings die literarische Vorlage nicht außer Acht lassen.

Zunächst ein Überblick über die Handlung:

Brad Pitt spielt einen UN Agenten im Ruhestand, er hat viel Zeit in Krisengebieten verbracht und hat auch Kampferfahrung. Um mehr Zeit mit seiner Familie zu verbringen, hat er gekündigt und ist jetzt Hausmann und Familienvater. Er steckt gerade mit seiner Familie im Stau, als die Stadt plötzlich von Zombies überrannt wird und alles attackiert, was so kreucht und fleucht. Panik bricht aus, und die Familie flieht aus der Stadt.

Sie halten in einer Stadt, um Medizin für die asthmakranke Tochter zu besorgen, und geraten dabei in eine wilde Meute von Plünderern, die versuchen, Brad Pitts Frau zu vergewaltigen. Sie schaffen es, zu entkommen, und verschanzen sich in einem Wohnhaus, in dem sie von einer Familie für die Nacht aufgenommen werden. Am Morgen werden sie von einem Helikopter abgeholt, den sie mit knapper Not erreichen – die Gastfamilie wird getötet oder gebissen, und Brad Pitt im Kampf mit den Untoten beinahe gebissen – und fliegen auf einen Flugzeugträger, der die Kommandozentrale der Amerikaner darstellt. Brad Pitt wird von der UN wieder reaktiviert, und er macht sich ab sofort auf der Suche nach dem Ursprung der Krankheit, um eventuell ein Heilmittel, einen Impfstoff, herstellen zu können. Die Theorie: die Zombies werden durch einen Virus angesteckt, und gegen jeden Virus  gibt es einen Impfstoff.

Brad Pitt macht sich mit einem jungen, aber genialen Wissenschafter auf den Weg nach Südkorea, weil es eine Spur dorthin gibt. Nach der Landung gibt es ein Gefecht mit Zombies, bei dem fast die gesamte Begleitung von Brad Pitt und dem anderen getötet werden, und der Wissenschafter erschießt sich versehentlich selbst. Trotzdem findet man irgendeinen Schauplatz, ehrlich gesagt war das ein bissl uninteressant, und ein ehemaliger CIA Agent, der den Nordkoreanern Waffen verkauft hat, schickt sie dann nach Israel, weil die Israelis die ersten waren, die Maßnahmen gegen diese Zombieepedemie ergriffen haben, ergo die ersten gewesen sein mussten, die davon wussten.

Da muss ich jetzt kurz unterbrechen, weil das extrem unlogisch ist. Brad Pitt muss das alles schon längst gewusst haben, denn wenn ein Land wie Israel plötzlich absolute Quarantäne verhängt und eine riesige Mauer um das ganze Land baut, dann steht das in jeder Zeitung der Welt und wird in den Nachrichten groß dokumentiert. Vor allem, weil die Israelis aus dieser Maßnahme nie ein Geheimnis gemacht haben. Gerade ein ehemaliger UN Agent muss das doch schon längst gewusst haben. Irgendwie ist das ein Teil der Geschichte, wo der Film noch unglaubwürdiger wird. Und dann, im weiteren Laufe der Geschichte, wird Israel aus einem total dilettantischen Grund überrannt, als würde das der Nation passieren, die so dermaßen vorbereitet ist.

Dann fliegt Brad Pitt eben nach Israel und trifft dort einen ehemaligen Mossad-Agenten, der ihm über die Vorbereitungen berichtet. Dieser Teil ist übrigens quasi die einzige Sequenz im Film, die so auch im Buch vorkommt. Diese zehn Minuten des Filmes kann man sich also ruhig merken, denn es ist sozusagen die einzige Rechtfertigung, dass der Film „World War Z“ heißt. Dass er wenig zur Handlung beiträgt, ist symptomatisch. Brad Pitt besichtigt nämlich eigentlich nur die Stadt und erfährt aus den Dialogen nichts, was zur Grundhandlung entscheidend beigetragen hätte. Er wird dann Zeuge, wie die Zombies Jerusalem überrennen und merkt dabei, dass schwache und kranke Menschen von den Zombies verschont bleiben. Also schafft er es gerade noch in ein Flugzeug und fliegt zu einem WHO-Stützpunkt nach Wales. Dass dabei die Zombies das Flugzeug im Flug überrennen und Brad Pitt eine Handgranate zünden muss, woraufhin die Zombies aus dem Flugzeug gesaugt werden und das Flugzeug abstürzt, ist wenig erwähnenswert, weil Brad Pitt verletzt überlebt und das Gebäude der WHO ohnehin nur einen kurzen Fußmarsch von der Absturzstelle liegt.

In der WHO erzählt er von seiner Theorie, dass man den Menschen nur tödliche, aber heilbare Krankheitserreger verabreichen muss, und die Zombies einen dann nicht angreifen. Ja, lange Rede kurzer Sinn, das Labor mit den Erregern ist zwar überrannt von Zombies, aber er schafft es trotzdem hin und infiziert sich und natürlich greifen ihn die Zombies nicht an, und hurra: wir haben eine Tarnung gegen die Zombies und können uns jetzt ihnen nähern und sie in Ruhe töten etc. Aber der Kampf ist nicht zu Ende, er hat erst angefangen.

Soviel zur Handlung. Hier sind die Dinge, die mich gestört haben:

1.Die Jugendfreigabe

Ich bin kein Kinderfeind, aber eine Film wie World War Z darf nicht mit PG-13 freigegeben sein. Man sieht in einem Zombiefilm einfach kein Blut! Keinem einzigen Zombie wird sichtbar in den Kopf geschossen, wenn man die Serie „The Walking Dead“ gewöhnt ist, wirkt das fast wie ein Kinderfilm.

2. Die Story

Die Tatsache, dass es im Film hauptsächlich um die Suche nach einem Impfstoff gegen die tödliche Krankheit, ist erstens typisch amerikanisch und steht zweitens im krassen Widerspruch zu den Grundsätzen des Buches World War Z. Im Buch wird nämlich die Einführung eines vermeintlichen Heilmittels durch einen skrupellosen Pharmakonzern als große Katastrophe bewertet. Immerhin hat sich dadurch die amerikanische Bevölkerung fatalerweise in Sicherheit gewogen und wurde vom großflächigen Ausbruch der Zombieepedemie völlig unvorbereitet getroffen, was zu großer Panik und Chaos geführt hat. Dass man nun im Film darauf setzt, dass ein Heilmittel gefunden werden muss, wirkt da fast skurill. Außerdem hat sich der Film so sehr auf die Figur Brad Pitts konzentriert, dass die Rollen neben ihm fast unsichtbar blieben. Ich habe in der Review vorhin ganz bewusst eine israelische Soldatin, die Brad Pitt seit Jerusalem begleitet, weggelassen, um zu demonstrieren, wie egal sie in Wahrheit war. Von der Geschichte her waren alle außer Brad Pitt bedeutungslos. Man könnte World War Z – den Film durchaus als Ein-Mann-Theaterstück wiederaufführen und detailgetreu nachspielen.

3. Das Verhältnis zur Vorlage

World War Z ist einfach ein geniales Buch. Selten hat mich ein Buch so fasziniert, weil es so vielfältig, unglaublich realistisch im Sinne von nachvollziehbar und detailgetreu geschrieben ist. Es erzählt die Geschichte eines 15jährigen Krieges aus der Perspektive von vielen verschiedenen Zeitzeugen, daher auch der Titel „An oral history of the Zombie war“. Wir erfahren am Anfang über die ersten Fälle, die aufgetreten sind, wir erfahren, dass durch Menschenschmuggel und illegalen Organhandel die Krankheit sich von China ausgehend in der ganzen Welt verbreitet hat, wie Israel sofort reagiert während andere Staaten die Bedrohung nicht weiter ernst nimmt, wie es zur „Großen Panik“ gekommen ist, als die Zombies angefangen haben, Städte zu überrennen, wie sich die Länder organisieren mussten, wie Gegenmaßnahmen ergriffen worden sind und so weiter und so fort. Jeder erzählt seine Geschichte, so erfährt man viel über die Person, aber noch mehr über die Situation der ganzen Welt in der Zeit. Geopolitische Auswirkungen wie die Unabhängigkeit Tibets durch den Zusammenbruch Chinas, der Aufschwung Kubas zur Wirtschaftsmacht Nummer 1, aber auch die Geschichte der Astronauten, die während der gesamten Krise die ISS bewohnten, um die Satelliten warten zu können, werden erzählt. Das Buch ist so reich, und man erfährt so viel, gleichzeitig ist es so unterhaltsam – es ist wirklich ein Geniestreich. Was soll ich sagen, dem steht nun ein austauschbarer Hollywood-Blockbuster entgegen, der nichts von alldem wirklich beinhaltet. Man hätte mit einer originalgetreueren Verfilmung sicherlich auch die Filmwelt bereichern können, aber die wirtschaftlichen Argumente sind wohl schlagender als die künstlerischen. Ironisch wirkt es, dass Max Brooks einmal meinte, er wollte World War Z deswegen schreiben, weil man in Zombiefilmen nie wusste, was im Rest der Welt los war, wie sich die Krise global auswirkt, und deswegen wollte er ein Buch schreiben, das in der Hinsicht keine Fragen offen lässt. Da ist es erstaunlich, dass ausgerechnet die Adaption dieses Buches sich ausschließlich auf die Perspektive Brad Pitts konzentriert. Zwar versucht man ihn, wild in der Welt herumreisen zu lassen, um vielleicht doch den globalen Gedanken abdecken zu können, aber das wirkt sogar etwas unnötig. Denn auf den Schmäh mit der Krankheit hätte er auch sonstwo kommen können – die Herumreiserei ist also für die Geschichte nicht wirklich relevant. Dass die Zombies im Buch nicht rennen, möchte ich hier auch nicht unerwähnt lassen – denn das ist eigentlich auch ein entscheidender Faktor über die Stimmung im Buch und im Film. Natürlich müssen die Zombies im Film rennen, denn wir brauchen schnelle Filme, schnelle Schnitte, langsame Filme gehen ganz einfach nicht, schon gar nicht in der Zielgruppe. Schade, denn die Vorstellung eines langsamen, aber unerbittlichen und zahlenmäßig weit überlegenen Feindes ist fast grausamer als eine Menschenstampede, die durch die Gassen jagt.

 

Hier sind die Dinge, die mir gefallen haben:

1. Die Regie

Mark Forster ist einfach ein guter Regisseur, und die Sache wurde gut in Szene gesetzt. Der Film war prinzipiell interessant und spannend, unterhaltsam wie ein ganz normaler Actionfilm. Wie gesagt etwas unblutig für einen Zombiefilm, aber bitte. Ich mochte Quantum of Solace und Monster’s Ball sehr gern, und der Film ist eh ok, denk ich. Meiner Meinung nach ist Mark Forster noch nichts Wesentliches misslungen.

2. Brad Pitt

Ein von Brad Pitt produzierter Film hat den Hauptdarsteller Brad Pitt recht gut in Szene gesetzt. Kein Meisterwerk, ohne Frage, aber meiner Meinung nach hat Brad Pitt noch nie in einem wirklich schlechten Film mitgespielt. In letzter Zeit aber auch nicht mehr in einem wirklich gutem.

3. World War Z

Bei der Publicity, die das Buch gerade bekommt, ist es nur eine Frage der Zeit, bis jemand eine brauchbare Adaption macht. Ich bin Optimist.

 

Fazit: Es ist eine zwiespältige Geschichte für mich. Da ich als großer Fan des Buches die literarische Vorlage ganz einfach nicht ausblenden konnte, fand ich ihn persönlich nicht besonders gut. Neutral gesehen ist es ein gut produzierter und spannender Thriller mit vorhersehbarem, kitschigen Ende, in dem Brad Pitt wie ein Messias dargestellt wird. Aber das kennen wir von anderen Filmen auch, das ist eben Hollywood.

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Review: “The Hangover Part 3″

Ich weiß ehrlich nicht, was mir bei dem Film am Meisten weh getan hat.

Etwa, wie Ken Jeong Johnny Cash’s Version von Nine Inch Nails’ “Hurt” vergewaltigt hat?

Oder, dass völlig unmotiviert ziemlich viele Tiere im Film zu Tode kommen?

Oder einfach die Tatsache, dass eine weitere Fortsetzung, die die Welt ganz einfach nicht braucht die Tatsache überdeckt, dass der erste Film richtig gut war?

Wobei zu sagen ist, dass der Film prinzipiell nicht so furchtbar ist, wie viele Kritiker behaupten. Und wenn man die Erwartungen auf das absolute Minimum herunterschraubt, eventuell ein paar Bier vor dem Film trinkt oder mit bewusstseinserweiternden Substanzen experimentiert, könnte man sich sicherlich sehr amüsieren. Ich persönlich hab’s nicht so mit Alkohol und Drogen, also war mein Filmerlebnis nicht so aufregend.  Aber was soll man sich denn wirklich erwarten? In der Review von “redlettermedia.com” über den 2009er Star Trek wird erwähnt, dass über 90% aller Filme aus Hollywood in den letzten Jahren Adaptionen, Remakes/Reboots oder Fortsetzungen sind. Auch wenn mir die Zahl etwas hoch vorkommt, ist es sehr plausibel, und ich habe auch schon oft darüber geschrieben. Kein Wunder, denn wenn “The Fast And The Furious 6″ besser funktioniert als “After Earth”, haben die Produzenten auch das Recht, solche Projekte zu finanzieren, immerhin zahlen sie sich aus. Aber dann soll mich bitte niemand verarschen und mir weiß machen, dass “Hangover Part 3″ gemacht wurde, um die Geschichte zu Ende zu erzählen, denn das ist so wichtig. Bullshit. Die Geschichte war nach dem ersten Film schon zu Ende. Der zweite Film war ganz einfach der erste Film nur in Thailand. Und weil die Studios Gewinne im dreistelligen Millionenbereich gemacht haben, kam man auf die Idee, dass eine Trilogie her muss. Warum auch nicht, Trilogien sind in.

Also wurde ein Drehbuch zusammengeschustert, und eines muss man dem Film lassen: sie haben diesmal wenigstens versucht, einen anderen Weg zu gehen. Das haben sie auch durchgezogen, nur jetzt ist es kein “Hangover” Film mehr, sondern ein sinnloser Crime-Film mit Logikfehlern und sehr abstrusen Humor mit dem gleichen Cast wie bei den bisherigen Filmen. Ich behaupte, der Film wäre erfolgreicher gewesen, wenn sie den ersten Film zum zweiten Mal wiederholt hätten. Nicht besonders originell, aber man hätte gewusst woran man ist, es wäre vermutlich recht amüsant geworden und alle hätten ihre Ruhe. Nun ja.

Eines der Probleme ist einfach, dass Ken Jeong und Zack Galifianakis interessante und recht lustige Charaktere in den Hangovers spielen, aber wirklich nur in Dosen erträglich sind. Da sich der Film jetzt hauptsächlich um die Beiden dreht, tut also sein Übriges. John Goodman konnte sein Potenzial auch nie wirklich ausspielen, genauso wenig wie Bradley Cooper. Schade eigentlich, denn auf der Leinwand sind überwiegend großartige Schauspieler gewesen.

Es gibt die Theorie, dass Todd Phillips keinen “Hangover” mehr machen wollte, aber das Studio beharrte auf einer weiteren Fortsetzung. Da Todd Phillips nicht wollte, dass die Serie ohne seinem Zutun weitergeführt wird, machte er diesen abstrusen Film als großes “Fuck you” an alle. Kann sein, halte ich allerdings nicht für weiter realistisch. Allerdings kann ich mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass die beteiligten Leute am Film wirklich dachten, dass er erfolgreich sein kann. Wie auch immer, “Movie 43″ hatte auch einige Stars zu bieten und gilt als schlechtester Film der jüngsten Zeit, wenn nicht sogar aller Zeiten.

Dafür hatte ich gestern die Möglichkeit, einen ungewöhnlich großartigen und originellen Film zu sehen: “The Cabin in the Woods”. Nun bin ich ja kein großer Horrorfilm – Liebhaber, aber der Film hatte etwas zu bieten, was “The Hangover Part III” nicht hatte: viel Witz, Originalität und ein paar schöne Wendungen in der Geschichte. Also ist mein Rat, spart euch das Geld für den Kinobesuch und borgt euch “The Cabin in the Woods” aus. Er ist es wert.

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World War Z

Seit Jahren nerven mich meine Freunde mit ihrem Zombie-Fetischismus. Sie schenken mir Spiele wie “Dead Rising” für die Xbox 360, empfehlen mir Fernsehserien wie “Walking Dead” jedes Mal, wenn ich sie sehe, und schwärmen mir vor, wie cool das alles ist, Zombie hier, Zombie da, und bei “Dead Rising” kann man Zombies mit einem Rasenmäher vernichten, wie cool ist das denn. Mich hat das eigentlich immer recht kalt gelassen. Womöglich wegen meiner allgemeinen Ablehnung gegenüber “grauslichen” Filmen, Horrorfilmen, etc. Und außerdem sind Zombies nicht realistisch. Den einzigen Zombie-Film, den ich mir jemals angeschaut habe, war “Shaun of the Dead” mit Simon Pegg und Nick Frost.

Und mitten in diese Ablehnung platzte “World War Z”! Ein Studienkollege hat mich auf einen Trailer aufmerksam gemacht, auf den neuen Brad Pitt Film, und aus irgendeinem Grund hat mich das Ganze ziemlich fasziniert. Ich googlete herum, fand die Literaturvorlage “World War Z – An oral History of the Zombie War” von Max Brooks, fand heraus, dass Max Brooks Mel Brooks’ Sohn ist, erfuhr, dass Max Brooks ewig lange recherchiert hat, um das Buch so realistisch wie möglich zu gestalten, und ich fand auch heraus, dass in der Literatur unüberlegte Übersetzungen von Buchtiteln gibt. So wurde aus “World War Z – An oral History of the Zombie War” im Deutschen “Operation Zombie: Wer länger lebt, ist später tot”. Selbstverständlich habe ich mir das Buch daraufhin auf Englisch gekauft. Und wer die Amazon-Reviews liest, weiß, was so ein dummer Titel anrichten kann: viele Leute kauften das Buch, weil sie dachten, es sei eine humorvolle Geschichte, in der Zombies vorkommen, und waren dann einigermaßen gelangweilt, weil es im Buch hauptsächlich um Politik geht.

Ich möchte nicht zu sehr ins Detail gehen, denn das Buch bietet für den aufmerksamen Leser sehr viele Überraschungen. Kurz: Max Brooks hat an alles gedacht. Im Buch reist er als fiktiver Agent der “United Nations Postwar Commission” und interviewt verschiedene Personen zum mittlerweile 10 Jahre zurückliegenden Zombie-Krieg, der die Welt an den Rand der totalen Vernichtung gebracht hat. So erfährt man, wie ein chinesischer Arzt mit dem “Patient Zero” in Kontakt geraten ist. Wie der Krankheitsverlauf ist (der Virus “Solanum” tötet den Patienten innerhalb einiger Stunden, dann erwachen sie wieder zum Leben und machen sich auf die Jagd nach Menschen). Wie die Krankheit trotz Quarantäneversuchen durch illegalen Organschmuggel und Flüchtlingen auf die ganze Welt verbreitet wurde. Wie Israel als einzige Nation der Welt die Bedrohung ernst genommen hat und sofort alle Grenzen dicht machte, was einen Bürgerkrieg auslöst und in vielen Ländern die Bedrohung als “Zionistische Verschwörung” gilt. Wie die USA die Bedrohung ignoriert hat, weil die Wiederwahl des Präsidenten anstand und man die Bevölkerung nicht wegen einer völlig unglaubwürdigen Bedrohung wie Zombies in Panik versetzten wollte. Schließlich scheitert die militärische Lösung der USA in großem Stil und die Armee wird von Zombies überrannt. Kuba wird zum reichsten Land der Welt und zu einer Demokratie. Die chinesische Diktatur zerbröckelt und Tibet wird selbstständig, Lhasa zur bevölkerungsreichsten Stadt der Welt. Und ein Regierungsagent der letzten Apartheit-Regierung Südafrikas entwickelt den Plan zur Weltrettung, den “Redeker Plan”, während die Besatzung der ISS während der gesamten Krise im Weltraum bleibt, um die Satelliten in der Umlaufbahn zu halten.

Das Buch ist hochinteressant, sehr komplex, manchmal zugegebenermaßen ein bisschen kitschig – eine abgestürzte Piloten zum Beispiel überlebt nur, weil sie ständigen Funkkontakt zu einer Frau hat, die ihr hilft, und am Ende – guess what  - stellt sich heraus, dass diese Frau schon seit ein paar Jahren tot ist oder nie existiert hat – aber es ist in meinen Augen absolut genial. Max Brooks hat sich wirklich die Arbeit gemacht, mittels existierender UN und Regierungsplänen für Katastrophenfälle von globalen Ausmaß ein sehr erschreckendes und nicht unrealistisches Szenario zu zeichnen, wie die Welt von einem Zombievirus beinahe völlig zerstört wird, und wie sie es schaffen, im Endeffekt die Zombies zu besiegen und den Krieg zu beenden. Mit furchtbaren Folgen für die Umwelt – die Wale sind am Ende des Krieges völlig ausgerottet, ein Atomkrieg zwischen Pakistan und Iran hat weite Teile des nahen Ostens nuklear kontaminiert, und die kopflose Flucht von Millionen von Zivilisten in den vor Zombies sicheren Norden (Zombies erstarren bei Kälte) hat weite Teile Kanadas total verwüstet, während Island völlig ausgerottet wurde.

Ich muss wirklich sagen, dass ich dieses Buch sehr genossen habe, innerhalb von wenigen Tagen durchgelesen, und selbst jetzt greife ich manchmal noch zum Buch und lese das eine oder andere Kapitel, weil ich wirklich fasziniert bin. Lest es! Es wird euer Schaden nicht sein. Und wenn man bei einem Kapitel festhängt, weil es nicht ganz den Geschmack trifft – kein Problem, überspring es einfach und lies das nächste, sie hängen nicht wirklich zusammen. Die verschiedenen Geschichten (“oral History of the Zombie War”) beleuchten die Jahre der Krise aus verschiedenen Blickwinkeln und lassen kaum einen Wunsch offen.

Und selbstverständlich wurde das Buch verfilmt, mit Brad Pitt in der Hauptrolle, unter der Regie von Marc Forster. Ich mag Marc Forster. “Quantum of Solace” war kein besonders guter Bond, aber wenn man den Kontext “Bond” ausblendet, bleibt ein verdammt guter Film übrig. Er ist ein sehr guter Actionregisseur, hat aber mit “Monster’s Ball” gezeigt, dass er auch Dramen gut in Szene setzen kann. Und mit Brad Pitt in einer Hauptrolle kann man sowieso wenig falsch machen, denn wer immer noch glaubt, dass Brad Pitt nur ein Schönling sei, war wohl seit 20 Jahren nicht mehr im Kino.

Nichts desto trotz bin ich dem Film gegenüber sehr skeptisch eingestellt. Da wären einmal die vielen Geschichten, die über die Produktion von “World War Z” im Umlauf sind. Zum Beispiel, dass der Film schon seit 2011 fertig sei, und dass im Sommer 2012 das Ende des Filmes neu verfilmt wurde. Mehrere Wochen wurde in Budapest nachgedreht. Außerdem hatte die Filmcrew dabei Ärger mit den ungarischen Behörden, weil scharfe Waffen und Munition ohne Genehmigung ins Land gebracht wurde. Wechselnde Drehbuchautoren, überzogene Budgets und ein immer wieder verschobener Starttermin zeugen ebenfalls von eher chaotischen Produktionsbedingungen.

Und die Trailer verraten zwar noch nicht viel von der Geschichte, aber das Buch scheint nur als vage Vorlage gedient zu haben. Nicht viel scheint übernommen worden zu sein, nicht einmal die physische Beschaffenheit der Zombies an sich. Im Buch eher langsame, dafür kaum aufzuhaltende und beharrliche Wesen, sehe ich in den Trailer immer sehr schnelle Zombies, wenn ich mich nicht irre. Das schaut auf der Leinwand natürlich besser aus, aber verändert das gesamte Gefahrenpotenzial, das von ihnen ausgeht. Im Buch heißt es, man könnte leicht vor Zombies fliehen, weil sie nicht besonders schnell seien, das Problem hingegen ist, dass man nicht die gleiche Ausdauer hat. Und, natürlich, das Problem im militärischen Kampf gegen Zombies ist folgendes: töten die Zombies einen von deinen Leuten, wird er zu einem Zombie. Tötet man einen Zombie, wird er zu einer Leiche. Das bedeutet, selbst kann man nur schwächer, die Zombies können nur stärker werden, im Sinne von numerischer Überlegenheit. Oder, wie es ein General im Buch ausdrückt: für Menschen ist es unmöglich, “totalen Krieg” zu betreiben, denn immerhin muss man schlafen, essen, kurzum: der Mensch hat körperliche Bedürfnisse, um die man sich kümmern muss, um kampffähig zu sein. Zombies betreiben totalen Krieg, denn ihre gesamte Existenz ist darauf ausgerichtet, Menschen zu töten. Sie brauchen keinen Schlaf, sie brauchen keine Verpflegung, sie brauchen nichts. Es gibt keine Befehlsstrukturen, keinen Präsidenten, den man insgeheim töten könnte, und die berühmte amerikanische Militärstrategie des “shock and awe” (“Schrecken und Ehrfurcht”) zeigt keinerlei Wirkung.

Deswegen bin ich im Moment nicht besonders überzeugt vom Film, wenn ich schnelle Zombies sehe, die Flugzeuge zum Absturz bringen, und wo es offenbar darum geht, dass Brad Pitt seine Familie beschützt oder so. Wie auch immer. Der Film startet ja erst in ein paar Monaten, vielleicht wird er ja trotzdem richtig gut. Trotzdem möchte ich nochmals, mit Nachdruck, das Buch “World War Z” allerwärmstens empfehlen, weil es sowohl spannend, hochinteressant und teilweise auch recht amüsant ist. Sollte der Film floppen, bleibt uns immer noch die hervorragende Literaturvorlage.

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Review: “A Good Day To Die Hard”

Ach Gott. Hat das Bruce Willis wirklich nötig gehabt?

Was ich von Prequels, Sequels, Adaptionen und dergleichen halte, dürfte mittlerweile bekannt sein. Nichts desto trotz habe ich mich auf den neuen “Die Hard” gefreut: denn diese Serie war bis jetzt die Einzige, die es geschafft hat, immer sehr brauchbare Fortsetzungen zu produzieren.

Klarerweise kam keine Fortsetzung je an den ersten Film heran, denn einen so ikonischen und großartigen Actionfilm kann man nicht übertreffen. Aber jede einzelne Fortsetzung war auch für sich gesehen ein sehr sehr brauchbarer Film. Anders zum Beispiel bei den Terminator – Filmen: Alle schwärmen zwar von Terminator II, ich hasse ihn. Zugegeben, die Special Effects sind endgeil, wenn man bedenkt, dass er Anfang der 90er entstanden ist, aber diese dummen Dialoge zwischen John Connor und dem Terminator waren einfach bescheuert. Und dann diese blöde Geschichte, dass der Terminator niemanden mehr umbringen darf, dann schießt er mit einer Mini-Gun aus diesem Hochhaus auf die Polizei und alles explodiert, aber niemand soll gestorben sein. Sorry, aber das ist in meinen Augen Bullshit. Da fand ich sogar den dritten Teil eine Spur besser. Trotzdem, der erste Terminator ist unerreicht, Arnold Schwarzenegger als kompromisslose Killermaschine, unerreicht.

Und “Die Hard” war ein cooler Actionfilm! Die erste Fortsetzung war gelungen, gleiches Schema wie der erste Film, John McClane der Antiheld, der “zum falschen Zeitpunkt am falschen Ort” ist und alle umbringt, in einem bisschen größeren Rahmen diesmal, nämlich am Flughafen und nicht mehr im “Nakatomi Plaza”. Der dritte Film hatte wieder einen größeren Rahmen und ein anderes Schema, war aber sehr unterhaltsam, vor allem, weil Samuel L. Jackson einfach eine coole Sau ist, egal in welcher Rolle.

Und “Live Free Or Die Hard” war vor allem witzig! Erst vor ein, zwei Wochen lief er im Fernsehen und ich habe ihn zum ersten Mal seit er im Kino war gesehen, und hab Tränen gelacht. Die Action war cool, der ganze Film hatte diesen ironischen Unterton, die Kampfszenen fürchterlich übertrieben (vor allem die Szene, wo John McClane die böse asiatische Gegenspielerin mit dem Jeep im Gebäude anfährt und mit ihr auf der Motorhaube in den Liftschacht rast, wo sie in weiterer Folge zwischen Auto und Wand eingeklemmt wird, normalerweise überlebt das niemand, aber sie war noch zu 100% kampffähig, oder die Szene, wo er den Helikopter mit dem Auto abschießt), dass es schon wieder cool war. Bei dem Film war klar: hier nimmt niemand die Geschichte so wirklich ernst, aber das war auch cool so. Und witzig war er auch. Die Szene, wo sie den BMW stehlen wollen zum Beispiel und mit der Serviceline telefonieren, ich hab mich total abgehaut.

Und jetzt das! Es ist jetzt schon ein paar Tage her, dass ich mir den Film angesehen habe, und die Handlung ist mir wirklich nicht im Gedächtnis geblieben. Das passiert mir sonst nie! Also muss ich ein bisschen auf wikipedia nachlesen müssen, um das Gedächtnis aufzufrischen.

Fest steht, der Sohn von John McClane ist ein CIA Agent, was aber John selbst nicht weiß. Er lässt sich in Russland vermutlich absichtlich verhaften, indem er irgendjemanden umbringt, um mit Yuri Komarov gleichzeitig im Gerichtsaal zu sitzen. John McClane erfährt, dass der Sohn im Gefängnis sitzt und beschließt, aus irgendeinem Grund, nach Moskau zu fliegen. Vermutlich um ihm beizustehen oder so. Obwohl sie aus irgendeinem Grund kein gutes Verhältnis zueinander haben. McClane kommt gerade zum Gerichtsgebäude, wo sein Sohn und Komarov nebeneinander in so Plexiglaszellen sitzen, als ein paar Autobomben explodieren und ihnen so den Weg in die Freiheit ermöglichen.

Es folgt eine entsetzlich langweilige Autoverfolgungsjagd, bei der man weder weiß, wohin die Reise geht, noch, worin genau der Sinn dieser Sequenz besteht, abgesehen davon, um exzessiv Werbung für Mercedes zu machen. Ich tue euch jetzt einen Gefallen: spart euch den neuen “Die Hard” und schaut euch diese zwei Videos an, es kommt aufs gleiche.

Vater rettet Sohn bei der Verfolgungsjagd den Arsch, alle gehen in den CIA-Unterschlupf, wo sie in weiterer Folge fast alle von irgendwelchen Bösewichtern umgebracht werden, sie können entkommen, Kamarov besteht darauf, die Tochter zu treffen, genau, der McGuffin des Filmes ist irgendeine Akte, sie treffen die Tochter, es stellt sich heraus, dass sie böse ist, ein Hinterhalt, Schießerei, Vater und Sohn McClane springen aus einem Fenster, das schaut genauso aus wie bei “Quantum of Solace”, Kamarov wird von den Bösen mitgenommen nach Tschernobyl. Warum genau, weiß ich jetzt auch nicht, die Akte ist halt dort. Vater und Sohn machen sich mal eben auch auf den Weg in die Ukraine und stehlen dafür zwar keinen Mercedes, aber einen Maybach. Gehört aber auch zum Konzern, wenn ich mich nicht täusche. In Tschernobyl stellt sich heraus, dass Kamarov auch ein Böser ist, es kommt zum epischen Endbattle, bei dem Kamarov von McClane junior vom Dach geworfen wird – und das schaut dann haargenau aus wie beim ersten Teil, als Alan Rickman vom Dach stürzt. Wirklich haargenau. Naja, wir sind’s ja von “Skyfall” gewöhnt, dass man ein Jubiläum (50 Jahre Bond, 25 Jahre “Die Hard”) verwendet, um ikonische Elemente oder Dinge in den neuen Filmen verwendet oder auf sie anspielt – oder, wie ich es in dem Fall sage: in den Dreck zieht.

Irgendwann sagt Bruce Willis auch seinen “yippie kay yeh motherfucker”, aber das war irgendwie eine dumme Sache, hat nicht gepasst, wurde reingeschustert. Vier oder fünf mal sagt er auch “I’m on vacation” oder “I’m on fucking vacation” oder so ähnlich, sollte ein running gag sein, war es aber nicht. Was bleibt ist ein wirklich enttäuschender Film, sowohl in Handlung als auch in Produktion. Ich verlange von einem Actionfilm keine tolle Geschichte, keine tiefsinnigen Dialoge und auch keine schaupielerischen Glanzleistungen von den mitwirkenden Darstellern – solange der Film so produziert ist, dass ich ihn mir trotzdem gerne ansehe. Die Actionsequenzen waren aber über weite Strecken recht langweilig, vor allem die überlange, langweilige Verfolgungsjagd recht am Anfang des Filmes. Schade – das Potenzial wäre auf jeden Fall da gewesen – aber selbst für einen reinen Actionfilm wie “The Expendables” war “A Good Day To Die Hard” völlig unzureichend.

Filmtipps & Reviews 2 Kommentare

The Big Bang Theory: Original vs. Synchronisation II

Original:

Synchronisation:

http://www.youtube.com/watch?v=6cExQ37VFt8

Ich habe die Folge gerade – zum ersten Mal auf deutsch – im TV gesehen – und fand das Ergebnis der Synchronisation sehr unbefriedigend. Die Zweideutigkeit der Wörter “wood” und “sheep” wurde hier nur schwach vermittelt. Das hat mich an zwei andere Szenen erinnert: zum ersten “How I Met Your Mother” in der Folge “Glitter”, in der Robin’s Jugendsünden als Teenie-Popstar wieder einmal angesprochen wurden. In einer Fernsehserie für Kinder war sie gemeinsam mit ihren Biebern in einem Raumschiff auf Verbrecherjagd – und sangen dabei das Lied “Two beavers are better than one” und rechneten aus, “how much hardwood a beaver can eat in half an hour”. Und, selbstverständlich, Leslie Nielson in “Naked Gun”.  (Hier ist die synchronisierte Fassung.)

Synchro-Erfahrungen 1 Kommentar

Review: Django Unchained

Am Samstag habe ich es endlich wieder einmal ins Kino geschafft und mir Quentin Tarantinos neuen Film angesehen. Zeit, einmal zum Film ein bisschen Stellung zu nehmen, immerhin wurde im Vorfeld sehr viel zu dem Thema diskutiert.

1. Länge des Films

Der Film dauert knapp drei Stunden. Es war nie langweilig, aber am Ende war ich doch froh, wieder aufstehen zu können.

2. Brutalität

Tarantino macht Filme für Erwachsene, und das liebe ich auch an ihm. Wenn in seinen Filmen Menschen getötet werden, spritzt das Blut herum und es wird geschrien und es passiert was. Anders als in der Vielzahl an PG-13 Filmen, die in den letzten Jahren erscheinen, meistens wird auf Druck der Produzenten der Film so geschnitten, dass er jugendtauglich ist, um ein breiteres Kinopublikum zu erreichen (zB. Indiana Jones, Taken etc.), das hat Tarantino eindeutig nicht nötig. Film ist nun einmal ein visuelles Medium, also will ich auch Dinge sehen, wenn ich mir einen Film anschaue. Werden Dinge nur angedeutet, die man ruhig zeigen könnte (in Taken 2 wird einem Typen durch ein Einschussloch in der Türe direkt ins Auge geschossen und da fließt kein Blut, tatsächlich wird von dieser Tätigkeit weggeschnitten), fühle ich mich ein bisschen bevormundet und betrogen.  Aber ich bin ja auch schon erwachsen.

Während des Filmes konnte ich gut nachvollziehen, wieso die Premiere abgesagt wurde, aus Respekt gegenüber der Opfer des jüngsten Amoklaufes an einer amerikanischen Schule. Es gibt eine Schießerei im Film, die durchaus Assoziationen hervorrufen könnte, außerdem sind die Gewaltdarstellungen teilweise völlig surreal und comichaft dargestellt. Beispielsweise erschießt Jamie Foxx eine Frau, und sie wird richtig von den Füßen gerissen und verschwindet im Off. Oder er geht hinter einem angeschossenen Mann in Deckung, der immer und immer wieder von Kugeln getroffen wird, da spritzt dann natürlich das Blut herum, und mit einem Amoklauf an einer Schule mit toten Kindern im Hinterkopf ist das natürlich keine komische, sondern eher eine tragische Situation.

Aber habt ihr die digital eingefügten Blutspritzer nicht auch satt? In “Live Free Or Die Hard”, sprich “Stirb Langsam 4.0″, wird die Antigonistin von Bruce Willis quasi von einem Geländewagen zerquetscht, und abgesehen davon, dass sie davon völlig unbeeindruckt ist, fließt kaum ein Tropfen Blut. PG13 eben. Ich weiß ja, dass das ein umstrittenes Thema ist mit der Altersfreigabe, aber diese Art der Bevormundung ist doch ziemlich lästig.

3. Das “N”-Wort

Die Sklaverei ist und war kein Ponyhof. Der Film spielt in der Zeit vor dem Bürgerkrieg. So wie ich es als halbwegs geschichtsinteressierter Mann beurteilen kann, war alles wirklich autenthisch dargestellt. Die Literatur wird ja heutzutage zensiert – Bücher wie “Hucklyberry Finn” oder “Tom Sawyer” werden nachbearbeitet, um das Wort “Nigger” zu entfernen, der Film hingegen hätte doch sehr an Authentizität verloren, hätte man es weggelassen. Es reflektiert außerdem recht gut, wieviel Sklaven denn damals wert waren und wie die Menschen sich damals verhalten haben, also ich halte die Diskussion zu diesem Thema für übertrieben. Allerdings ist das meine Ansicht, ich kann nachvollziehen, dass man in den USA in der Hinsicht logischerweise anders denkt.

4. Schauspielerische Leistung

Alle waren hervorragend, und jeder konnte den anderen übertrumpfen. Christoph Waltz und Jamie Foxx harmonierten wunderbar, Leonardo DiCaprio war ein großartiger Antigonist, aber meiner Meinung nach wirklich herausragend war Samuel L. Jackson – seine Leistung ist einfach genial. Nicht besonders glücklich war mit der Entwicklung von Christoph Waltz Charakter. Er tritt als durchdachter Mann mit einem Plan von A bis Z auf, ein Typ, der zu jeder Zeit alles im Griff hat, und lässt sich dann für meine Begriffe durch ein Erlebnis auf “Candyland” relativ unvorhergesehen und unmotiviert zu einer emotionale Handlung hinreißen, was den ganzen, mühsam aufgebauten Plan von Django über den Haufen wirft und alles ins Chaos stürzt. Ich möchte an dieser Stelle noch nicht auf die Handlung eingehen, die Spoiler beginnen erst später. Das hat jetzt mehr mit dem Charakter zu tun als mit der schauspielerischen Leistung von Christoph Waltz, aber wenn man bedenkt, dass er bei der Entwicklung seines Charakters beteiligt war und Quentin Tarantino ihn bei der Erstellung des Drehbuchs miteinbezogen hat, wirkt das unstimmig.

5. Die Story

Achtung, Spoiler.

Dr. Schultz befreit Django, gemeinsam gehen sie auf Kopfgeldjagd. Schultz hilft Django, seine Frau zu finden. Diese befindet sich im Besitz des sadistischen Großgrundbesitzers Calvin Candy, der zum Spaß Sklaven bis zum Tod gegeneinander kämpfen lässt. Schultz befürchtet, dass der simple Verkauf einer 300 $ Sklavin wie Brunhinda, Djangos Frau, Candy zu uninteressant wäre, und entschließt sich zu einem Bluff: Django und Schultz geben vor, an einem der weit wertvolleren “Kampfsklaven” interessiert zu sein, um ihn in Europa als sensationelle Kampfmaschine zum Zirkus zu bringen. Im Zuge des größeren Deals sollte dann der kleinere Deal mit Brunhilda leichter möglich sein. Während der Verhandlungen zeigt sich Schultz, gebürtiger Deutscher, interessiert an der ebenfalls deutsch sprechenden Brunhilda, und der Bluff geht beinahe auf. Allerdings bemerkt Stephen (Samuel L. Jackson), Candys Aufseher, dass das Interesse von Django und Schultz eindeutig an Brunhilda alleine liegt. Der Deal platzt, und Candy verlangt “für den richtigen Sklaven” 12.000$ für sie. Schultz bezahlt, weigert sich allerdings anschließend, ihm die Hand zu schütteln, um den Deal zu besiegeln, und erschießt Candy. In der folgenden Schießerei sterben Schultz und so manche andere Leute, und Django muss sich ergeben, weil Brunhilda bedroht wird. Er soll an eine Miene vergeben werden, um sich dort zu Tode zu arbeiten, schafft es aber, die Transportaufseher zu überlisten und zu töten. (Einer davon ist Quentin Tarantino, der wieder einmal Dialog in einem seiner Filme hat, nachdem er in Inglorious Basterds nur am Boden gelegen ist und skalpiert wurde.) Django kehrt zurück auf Candyland, erschießt alle bis auf die Sklaven und sprengt das Haus mit Stephen in die Luft.

6. Mein Fazit

Ich bin ein großer Tarantino Fan, ich mag seine Art, Regie zu führen, und seine Art, Geschichten zu schreiben. Ich gebe aber offen zu, dass mich der Film nicht ganz so begeistert hat wie ich beispielsweise von Inglorious Basterds begeistert war. Möglicherweise liegt es daran, dass nach 2 1/2 Stunden der Film den Höhepunkt erreicht hat, und der Film dann noch eine halbe Stunde gedauert hat, bis er schlußendlich noch den abschließenden Höhepunkt erreicht hat.

Tarantino baut ja die Geschichte immer zum Höhepunkt auf und lässt sich dabei Zeit. Man spürt es ja schon, dass es gleich krachen wird, nur aus dem Dialog und der Stimmung. Das ist genial und unnachahmbar. Bei Django Unchained war das Problem, das ich hatte, folgendes: Christoph Waltz spielt einen Typen, der jederzeit Herr der Lage ist, lässt sich auf eine unlogische, emotionale Handlung ein und stirbt in weiterer Folge. Logischer wäre es gewesen, mit Django und Brunhilda Candyland zu verlassen, einen Racheplan zu schmieden und taktisch Candy eine Abreibung zu verpassen. Stattdessen ist der Film für Christoph Waltz aus, Django ergibt sich und die Geschichte, wie Django nun schlussendlich seine Frau rettet, wird neu aufgebaut. Dabei lässt sich Tarantino wieder Zeit. So kommt der Film auf seine knapp drei Stunden, kurzweilige Stunden wohlgemerkt, aber ich hatte nicht das Gefühl, dass es wirklich notwendig war, die Geschichte so zu erzählen.

Andererseits, wer bin ich, Quentin Tarantinos Art, eine Geschichte zu erzählen, zu kritisieren. Es ist eben Tarantino, mir erschien das nur ein bisschen unstimmig. Vielleicht liegt es auch daran, dass mir das Genre “Western” normalerweise am Arsch vorbei geht und das der erste Western war, den ich mir in voller Länge angeschaut habe. Ich bin mit dem Genre nicht vertraut, also kann ich da auch nicht wirklich urteilen.

Ansonsten kann ich nur sagen, der Soundtrack war genial – eine Zusammenstellung von Westernsoundtracks früherer Filme und modernen Nummern, Regie war fein, Effekte waren fein, der Film war gut und unterhaltsam, ich kann ihn nur weiterempfehlen.

Viel Spaß!

Filmtipps & Reviews 2 Kommentare

Jurassic Park 3D

Kaum ein Film hat mich in meiner Kindheit (ich bin 1987 geboren) so beeindruckt wie Jurassic Park. Der erste Teil, wohlgemerkt, mit Sam Neil, Jeff Goldblum, Richard Attenborough und Laura Dern. Gestern habe ich ihn mir wieder einmal angesehen, weil ich zufällig die DVD in die Hände bekommen habe. Im Bonusmaterial der erste Höhepunkt, nämlich das ausführliche Making Of des Filmes. Unglaublich beeindruckend, mit welchem Perfektionismus am Film gearbeitet wurde (vor allem erstaunlich, wenn man bedenkt, dass im Film selbst sich doch so mancher Anschlussfehler einschleicht).

Die Sequels reichten nicht mehr an den ersten Film heran, aber das war beim durchschlagenden Erfolg des Filmes auch fast nicht möglich. Zum einen fand ich es enttäuschend, dass nie mehr auf die Insel des ersten Filmes zurückgekehrt wurde. Ich hätte es als Kinozuseher cool gefunden, die aus dem ersten Teil vertrauten Stätten wieder zu sehen, das Besucherzentrum aus dem Finale, oder die Jeeps vom T-Rex Angriff, also ein  zerstörter im Gehege und ein noch intakter davor. Außerdem war im ersten Teil nie die Rede davon, dass die Dinosaurier auf einer anderen Insel gezüchtet und dann in den Jurassic Park gebracht worden sind, tatsächlich sehen wir, wie ein Raptor im Forschungslabor im Jurassic Park aus einem Ei schlüpft, also war das wiederum irgendwo unlogisch. Ganz zu schweigen davon, dass ich das Drehbuch von Jurassic Park 2 schlicht gehasst habe. Manchmal sehe ich einen Film und bekomme Aggressionen bei manchen Szenen, weil sie einfach dumm geschrieben, schlecht in Szene gesetzt wurden oder die Schauspieler bzw. Schauspielerinnen eine schlechte Performance bieten. Julianne Moore, zum Beispiel. Sie spielt die Lebensgefährten von Jeff Goldblum, der ihr vermutlich erzählt hat, was im Jurassic Park so abgegangen ist. Nichtsdestotrotz hält sie es für eine brillante Idee, den Nachwuchs eines Tyrannosaurus mit in den Wohnwagen zu nehmen. Jawoll, das war natürlich ein 1a Vorschlag. Selbstverständlich kommt dann die Mama und ist furchtbar wütend und schubst den Wohnwagen, also mehr so ein Trailer, vom Felsen. Da folgt dann dezentes Mercedes-Product Placement, als einer der Kollegen versucht, mit einem Mercedes-Geländewagen den Trailer vor dem Absturz zu bewahren, und wenn ich mich recht entsinne, ist er damit relativ erfolgreich, und im Angesicht des nahenden Todes haben die Charaktere dann noch Zeit, völlig dümmliche Dialoge zu führen. Ja. Aggressionspotential. Den Rest der Geschichte habe ich ehrlich gesagt vergessen, soweit ich weiß, rennt am Ende ein Dino durch irgendeine Stadt und zerstört viel, wird dann aber ohnehin wieder eingefangen, und John Hammond kann dann einen Schlussmonolog halten, wie wichtig es ist, die Dinosaurier in Ruhe zu lassen. Also ich weiß nicht, wie das in den USA ist, aber wenn bei uns in Österreich ein Milliardär, sagen wir einmal, Dietrich Mateschitz, beschließt, einen “Red Bull Dino Adventure Park” aufzumachen, in dem Menschen sterben, bevor er eröffnet wird, und dann eines dieser riesigen Tiere durch Wien rennt und Zerstörungen in Millionenhöhe anrichtet sowie weitere Menschen sterben, wird er keine Zeit mehr haben, Schlussmonologe zu halten, ich kann doch stark davon ausgehen, dass er dann als Verantwortlicher im Gefängnis sitzt! Egal.

Trotzdem war ich auch im Kino, als Jurassic Park 3 kam, und das Einzige, woran ich mich wirklich erinnere, ist die Tatsache, dass er relativ kurz war. Das weiß ich vor allem deswegen, weil ich in Jurassic Park gehen wollte und mein Bruder und seine damalige Freundin sich lieber “The Mexican” mit Brad Pitt ansehen wollten. Also haben wir uns getrennt, und als mein Film aus war, habe ich noch locker eine halbe Stunde in der Lobby gewartet, bis mein Bruder dahergekommen ist. Sam Neil war wieder dabei, das war cool, ansonsten… ja. Wahrscheinlich kamen Dinosaurier vor und aus irgendeinem Grund schon wieder ein Kind. Wie auch immer.

Als ich letztes Jahr das Gerücht vernommen habe, dass ein vierter Jurassic Park kommt, war ich entsprechend unaufgeregt. Dann wurde mir zugetragen, dass Steven Spielberg im Projekt als Regisseur verwickelt war, da hat mich das Ganze wieder mehr interessiert. Dann aber die Ernüchterung, dass der Film lediglich 20 Jahre nach dem Erscheinen in 3D wieder in die Kinos kommt. Herrje. Jurassic Park kommt in 3D. Ich schätze, dass George Lucas und James Cameron mit ihren wiedergekäuten Filmen so viel Geld verdient haben, dass Steven Spielberg das “Risiko” auch eingehen wollte. Ich hoffe nur, dass dieser Film, der Geschichte geschrieben hat, nicht auf dumme Art und Weise verändert wird, wie die klassische Star-Wars Trilogie (Han Solo und der Schuss). Hoffentlich werden nicht irgendwelche dummen Bilder reingeschnitten, um den 3D-Effekt auszureizen, wie beim letzten Harry Potter. Und hoffentlich lassen sich die großen Regisseure wieder einmal was Neues einfallen, denn langsam bin ich die Remakes, Sequels, Prequels und Wiederaufführungen in 3D satt.

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