Against Dubbing

52 Filme: Bestes Remake

Remakes sind das aktuelle Thema bei 52 Filme, und Remakes finde ich ja ungefähr genauso überflüssig wie Serienverfilmungen. Es malt ja schließlich auch niemand die Mona Lisa neu (womöglich in irgendeiner neumodischen Malmethode) und verkauft das dann als die höchste aller Künste. Jedes Mal wenn ich lese, dass es ein Remake von einem Film geben soll, ärgere ich mich über die Dummheit der Menschen (in den meisten Fällen sind das natürlich die Amerikaner).

Die Amerikaner sind ja völlig überfordert von Fremdsprachen, weshalb sie z.B. so großartige Filme wie Låt den rätte komma in oder Den Osynlige ruinieren mussten. Diese Filme sind absolut fantastisch, warum sollte man versuchen sie besser zu machen?! Leider trifft das nicht nur auf nicht-englischsprachige Filme zu, sondern auch auf “normale”. So soll es demnächst z.B. ein Remake vom wunderbaren Logan’s Run geben, welches ich bestimmt nicht sehen will.

Ein schwieriges Thema sind in diesem Zusammenhang die Literaturverfilmungen – hier ist es oft sehr schwer zu sagen ob es sich bei einem neuen Film um ein Remake oder um eine Neu-Interpretation der Literaturvorlage handelt. Literaturverfilmungen machen einen enormen Teil der Filmindustrie aus, und Remakes gab es hier schon massenhaft – man denke nur an Dracula oder Frankenstein. Zugegeben handelt es sich bei meinen drei oben genannten Beispielen auch um Literaturverfilmungen.

Wie bei allen Themen bestätigen Ausnahmen natürlich die Regel – es gibt es doch, das Remake, welches ich sogar besser finde als das Original (und welches noch nicht mal auf einem Buch basiert). Allerdings handelt es sich hierbei um eine kleine Seltenheit – der Regisseur des Originalfilms hat nämlich seinen eigenen Film einfach noch mal neu gedreht. Besagter Regisseur ist niemand anderes als Alfred Hitchcock, und der Film, um den es sich hier handelt, ist The Man Who Knew Too Much (1956) mit James Stewart und Doris Day. Der Film basiert auf Hitchcock’s Original aus dem Jahre 1934, welcher gleichzeitig auch Peter Lorre’s erster englischsprachiger Film war. Zwar war im 52-Filme Post von “in den letzten Jahren neu verfilmt” die Rede, aber ich zähle da jetzt einfach mal die letzen 50 Jahre drunter.

Ich habe beide Filme gesehen und finde das Remake um Längen besser als das Original. Technik, Handlung, schauspielerische Leistungen und die Hitchcock-typische, fesselnde Spannung sind erster Klasse, wogegen das Original etwas wirr vor sich hin plätschert. Man merkt hier eindeutig das Hitchcock in den 22 Jahren, die zwischen diesen zwei Filmen liegen, sich zum Meister der Spannung entwickelt hat, und dieses Remake mit sehr viel Passion & Liebe zum Detail umgesetzt hat.

Doris Day’s Rolle in diesem Film wird für immer unvergesslich bleiben. Wer jetzt nur Bahnhof versteht, dem geht vielleicht bei diesem schönen, altmodischen Trailer ein Licht auf (enthält Spoiler):


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