Against Dubbing

52 Filme: Mockumentary

Beim heutigen Thema handelt es sich um Mockumentarys – und ich muss vorweg sofort gestehen, dass ich noch nie eine solche im Kino gesehen habe. Den Borat– Hype habe ich nicht mitgemacht, nicht einmal die DVD konnte ich mir zu Ende angeschaut, weil mir der Film einfach zu blöd war. Ja, ich weiß, alle halten den Film für genial, ich hab mich einfach nur unwohl gefühlt, weil ich mich permanent fremdschämen musste.

Ansonsten gibt es jede Menge Serien: “The Office”, ursprünglich aus Großbritannien, dann gab es die Sendung auch in den USA, und das deutsche Pendant “Stromberg” – da fand ich aber die “Switch reloaded” – Version “Obersalzberg” immer besser. Sehr erfolgreich im Moment “Modern Family” – gewinnt einen Emmy nach dem anderen, ist aber nur auf Englisch erträglich und die dritte Staffel ist bereits relativ überflüssig, weil die Originalität dann einfach abhanden kommt, ab der zweiten Staffel hat man die Serie einfach “schon gesehen”.

Also empfehle ich einen Fernsehfilm: “Das Wunder von Wien” – ein Film von David Schalko und Fred Schreiber, zwei Namen, die man sich durchaus merken kann, immerhin sind sie auch für die genialste TV-Sendung überhaupt verantwortlich, und zwar “Die Sendung ohne Namen“. Außerdem ist David Schalko fast für jede nennenswerte österreichische Film- und Fernsehproduktion verantwortlich, so auch für “Wie man leben soll” oder “Braunschlag“.

“Das Wunder von Wien” jedenfalls ist vor der Fußball EM 2008 produziert und ausgestrahlt worden und thematisiert den (selbstverständlich fiktiven) Turniersieg der österreichischen Nationalmannschaft. Sehr nette, selbstironische und witzige Sache, mit vielen Gastauftritten bekannter Fußballpersönlichkeiten aus Deutschland und Österreich, übrigens zur Gänze auf youtube zu bewundern.


2 responses to “52 Filme: Mockumentary”

  1. macplanet says:

    Spannendes Thema, aber sind das wirklich Mockumentaries? Borat & Co bedienen sich natürlich des Doku-Stils, aber sie verfolgen doch nicht wirklich das Ziel, eine glaubhafte Pseudo-Realität aufzubauen.
    Der Höhepunkt des Genres ist m.E. “Kubrick, Nixon und der Mann im Mond”, der ab und zu mal auf arte läuft — eine großartige Mockumentary, die (obwohl die These über eine angeblich von Kubrick & Co inszenierte Mondlandung völlig krude ist) immer kurz davor ist, dass man ihr die Geschichte wirklich abnimmt.
    Toll sind natürlich auch “Zelig” von Woody Allen und (vermutlich die bekannteste Mockumentary) “This is Spinal Tap”.
    In wenigen Wochen startet übrigens eine neue Mockumentary, “Fraktus” über die gleichnamige fiktive Band, die angeblich die gesamte neuere deutsche Musikgeschichte geprägt hat. Sie funktioniert nicht wirklich, da die Gesichter der Darsteller zu bekannt sind (Devid Striesow als Platten-Agent und die Jungs von Studio Braun als Fraktus), ist aber überaus liebevoll gemacht, mit Fake-Interviews mit echten Prominenten und sogar einer parallelen Plattenveröffentlichungen mit den “alten” und neuen Songs von Fraktus. Mehr hier: http://www.fraktus.de/

    • Lenny says:

      Vielen Dank für deinen Kommentar!

      Ich bin jetzt kein Theater- bzw. Filmwissenschafter, aber soweit ich weiß – und da lasse ich mich gerne korrigieren – geht es bei Mockumentaries nicht zwangsläufig darum, eine komplett andere Realität, eine Pseudo-Realität, aufzubauen. Ich denke, dass ein fiktionaler Dokumentarfilm in der vorhandenen Realität bereits als Mockumentary durchgeht, eventuell mit dem Ziel, die Reaktionen der Menschen auf ein Thema einzufangen und das zu thematisieren anstatt das Thema der Dokumentation an sich, das sollte ja auch die Quintessenz von “Borat” sein. (Also in dem Fall die Reaktion der Amerikaner auf Borat anstatt der Figur Borat und seine Herkunft.) War mir allerdings, wie gesagt, “too much”, auf den Brachial- und Fäkalhumor muss man halt stehen.

      Wenn man zum Beispiel Wikipedia fragt, steht dort “Cloverfield” in der Mockumentary – Liste. Wikipedia ist ja prinzipiell mit Vorsicht zu genießen, und auch das würde ich so nicht unterschreiben, Cloverfield ist meiner Meinung halt ein Gozilla-meets-Blair-Witch Film (den ich nichtsdestotrotz sehr gut finde), also eher ein Monsterfilm als eine Mockumentary.

      Und “Das Wunder von Wien” thematisiert den österreichischen EM-Sieg 2008, wenn das nicht eine alternative Realität ist, weiß ich auch nicht :)

      Von “Kubrick, Nixon und der Mann im Mond” sowie den Woody Allen – Filme habe ich schon gehört, leider nicht gesehen, da muss ich mir die DVDs besorgen :) Danke für den Tipp mit “Fraktus”, ich werde ihn auf meine “To Watch”- Liste setzen. Aber da stehen noch so viele andere Filme…

Leave a Reply