Against Dubbing

Review: “A Good Day To Die Hard”

Ach Gott. Hat das Bruce Willis wirklich nötig gehabt?

Was ich von Prequels, Sequels, Adaptionen und dergleichen halte, dürfte mittlerweile bekannt sein. Nichts desto trotz habe ich mich auf den neuen “Die Hard” gefreut: denn diese Serie war bis jetzt die Einzige, die es geschafft hat, immer sehr brauchbare Fortsetzungen zu produzieren.

Klarerweise kam keine Fortsetzung je an den ersten Film heran, denn einen so ikonischen und großartigen Actionfilm kann man nicht übertreffen. Aber jede einzelne Fortsetzung war auch für sich gesehen ein sehr sehr brauchbarer Film. Anders zum Beispiel bei den Terminator – Filmen: Alle schwärmen zwar von Terminator II, ich hasse ihn. Zugegeben, die Special Effects sind endgeil, wenn man bedenkt, dass er Anfang der 90er entstanden ist, aber diese dummen Dialoge zwischen John Connor und dem Terminator waren einfach bescheuert. Und dann diese blöde Geschichte, dass der Terminator niemanden mehr umbringen darf, dann schießt er mit einer Mini-Gun aus diesem Hochhaus auf die Polizei und alles explodiert, aber niemand soll gestorben sein. Sorry, aber das ist in meinen Augen Bullshit. Da fand ich sogar den dritten Teil eine Spur besser. Trotzdem, der erste Terminator ist unerreicht, Arnold Schwarzenegger als kompromisslose Killermaschine, unerreicht.

Und “Die Hard” war ein cooler Actionfilm! Die erste Fortsetzung war gelungen, gleiches Schema wie der erste Film, John McClane der Antiheld, der “zum falschen Zeitpunkt am falschen Ort” ist und alle umbringt, in einem bisschen größeren Rahmen diesmal, nämlich am Flughafen und nicht mehr im “Nakatomi Plaza”. Der dritte Film hatte wieder einen größeren Rahmen und ein anderes Schema, war aber sehr unterhaltsam, vor allem, weil Samuel L. Jackson einfach eine coole Sau ist, egal in welcher Rolle.

Und “Live Free Or Die Hard” war vor allem witzig! Erst vor ein, zwei Wochen lief er im Fernsehen und ich habe ihn zum ersten Mal seit er im Kino war gesehen, und hab Tränen gelacht. Die Action war cool, der ganze Film hatte diesen ironischen Unterton, die Kampfszenen fürchterlich übertrieben (vor allem die Szene, wo John McClane die böse asiatische Gegenspielerin mit dem Jeep im Gebäude anfährt und mit ihr auf der Motorhaube in den Liftschacht rast, wo sie in weiterer Folge zwischen Auto und Wand eingeklemmt wird, normalerweise überlebt das niemand, aber sie war noch zu 100% kampffähig, oder die Szene, wo er den Helikopter mit dem Auto abschießt), dass es schon wieder cool war. Bei dem Film war klar: hier nimmt niemand die Geschichte so wirklich ernst, aber das war auch cool so. Und witzig war er auch. Die Szene, wo sie den BMW stehlen wollen zum Beispiel und mit der Serviceline telefonieren, ich hab mich total abgehaut.

Und jetzt das! Es ist jetzt schon ein paar Tage her, dass ich mir den Film angesehen habe, und die Handlung ist mir wirklich nicht im Gedächtnis geblieben. Das passiert mir sonst nie! Also muss ich ein bisschen auf wikipedia nachlesen müssen, um das Gedächtnis aufzufrischen.

Fest steht, der Sohn von John McClane ist ein CIA Agent, was aber John selbst nicht weiß. Er lässt sich in Russland vermutlich absichtlich verhaften, indem er irgendjemanden umbringt, um mit Yuri Komarov gleichzeitig im Gerichtsaal zu sitzen. John McClane erfährt, dass der Sohn im Gefängnis sitzt und beschließt, aus irgendeinem Grund, nach Moskau zu fliegen. Vermutlich um ihm beizustehen oder so. Obwohl sie aus irgendeinem Grund kein gutes Verhältnis zueinander haben. McClane kommt gerade zum Gerichtsgebäude, wo sein Sohn und Komarov nebeneinander in so Plexiglaszellen sitzen, als ein paar Autobomben explodieren und ihnen so den Weg in die Freiheit ermöglichen.

Es folgt eine entsetzlich langweilige Autoverfolgungsjagd, bei der man weder weiß, wohin die Reise geht, noch, worin genau der Sinn dieser Sequenz besteht, abgesehen davon, um exzessiv Werbung für Mercedes zu machen. Ich tue euch jetzt einen Gefallen: spart euch den neuen “Die Hard” und schaut euch diese zwei Videos an, es kommt aufs gleiche.

Vater rettet Sohn bei der Verfolgungsjagd den Arsch, alle gehen in den CIA-Unterschlupf, wo sie in weiterer Folge fast alle von irgendwelchen Bösewichtern umgebracht werden, sie können entkommen, Kamarov besteht darauf, die Tochter zu treffen, genau, der McGuffin des Filmes ist irgendeine Akte, sie treffen die Tochter, es stellt sich heraus, dass sie böse ist, ein Hinterhalt, Schießerei, Vater und Sohn McClane springen aus einem Fenster, das schaut genauso aus wie bei “Quantum of Solace”, Kamarov wird von den Bösen mitgenommen nach Tschernobyl. Warum genau, weiß ich jetzt auch nicht, die Akte ist halt dort. Vater und Sohn machen sich mal eben auch auf den Weg in die Ukraine und stehlen dafür zwar keinen Mercedes, aber einen Maybach. Gehört aber auch zum Konzern, wenn ich mich nicht täusche. In Tschernobyl stellt sich heraus, dass Kamarov auch ein Böser ist, es kommt zum epischen Endbattle, bei dem Kamarov von McClane junior vom Dach geworfen wird – und das schaut dann haargenau aus wie beim ersten Teil, als Alan Rickman vom Dach stürzt. Wirklich haargenau. Naja, wir sind’s ja von “Skyfall” gewöhnt, dass man ein Jubiläum (50 Jahre Bond, 25 Jahre “Die Hard”) verwendet, um ikonische Elemente oder Dinge in den neuen Filmen verwendet oder auf sie anspielt – oder, wie ich es in dem Fall sage: in den Dreck zieht.

Irgendwann sagt Bruce Willis auch seinen “yippie kay yeh motherfucker”, aber das war irgendwie eine dumme Sache, hat nicht gepasst, wurde reingeschustert. Vier oder fünf mal sagt er auch “I’m on vacation” oder “I’m on fucking vacation” oder so ähnlich, sollte ein running gag sein, war es aber nicht. Was bleibt ist ein wirklich enttäuschender Film, sowohl in Handlung als auch in Produktion. Ich verlange von einem Actionfilm keine tolle Geschichte, keine tiefsinnigen Dialoge und auch keine schaupielerischen Glanzleistungen von den mitwirkenden Darstellern – solange der Film so produziert ist, dass ich ihn mir trotzdem gerne ansehe. Die Actionsequenzen waren aber über weite Strecken recht langweilig, vor allem die überlange, langweilige Verfolgungsjagd recht am Anfang des Filmes. Schade – das Potenzial wäre auf jeden Fall da gewesen – aber selbst für einen reinen Actionfilm wie “The Expendables” war “A Good Day To Die Hard” völlig unzureichend.


2 responses to “Review: “A Good Day To Die Hard””

  1. Julia says:

    Frage: welche Version hast du gesehen? Offensichtlich OV, aber hier im UK gibt es nur eine extrem geschnittene, damit die Altersfreigabe niedriger ist.

  2. Lenny says:

    Ich hab den Film im Actors Kino in Wien gesehen, wahrscheinlich ungeschnitten. Ich bin aber über die verschiedenen Versionen nicht ausreichend informiert.

Leave a Reply