Against Dubbing

Review: “The Hangover Part 3”

Ich weiß ehrlich nicht, was mir bei dem Film am Meisten weh getan hat.

Etwa, wie Ken Jeong Johnny Cash’s Version von Nine Inch Nails’ “Hurt” vergewaltigt hat?

Oder, dass völlig unmotiviert ziemlich viele Tiere im Film zu Tode kommen?

Oder einfach die Tatsache, dass eine weitere Fortsetzung, die die Welt ganz einfach nicht braucht die Tatsache überdeckt, dass der erste Film richtig gut war?

Wobei zu sagen ist, dass der Film prinzipiell nicht so furchtbar ist, wie viele Kritiker behaupten. Und wenn man die Erwartungen auf das absolute Minimum herunterschraubt, eventuell ein paar Bier vor dem Film trinkt oder mit bewusstseinserweiternden Substanzen experimentiert, könnte man sich sicherlich sehr amüsieren. Ich persönlich hab’s nicht so mit Alkohol und Drogen, also war mein Filmerlebnis nicht so aufregend.  Aber was soll man sich denn wirklich erwarten? In der Review von “redlettermedia.com” über den 2009er Star Trek wird erwähnt, dass über 90% aller Filme aus Hollywood in den letzten Jahren Adaptionen, Remakes/Reboots oder Fortsetzungen sind. Auch wenn mir die Zahl etwas hoch vorkommt, ist es sehr plausibel, und ich habe auch schon oft darüber geschrieben. Kein Wunder, denn wenn “The Fast And The Furious 6” besser funktioniert als “After Earth”, haben die Produzenten auch das Recht, solche Projekte zu finanzieren, immerhin zahlen sie sich aus. Aber dann soll mich bitte niemand verarschen und mir weiß machen, dass “Hangover Part 3” gemacht wurde, um die Geschichte zu Ende zu erzählen, denn das ist so wichtig. Bullshit. Die Geschichte war nach dem ersten Film schon zu Ende. Der zweite Film war ganz einfach der erste Film nur in Thailand. Und weil die Studios Gewinne im dreistelligen Millionenbereich gemacht haben, kam man auf die Idee, dass eine Trilogie her muss. Warum auch nicht, Trilogien sind in.

Also wurde ein Drehbuch zusammengeschustert, und eines muss man dem Film lassen: sie haben diesmal wenigstens versucht, einen anderen Weg zu gehen. Das haben sie auch durchgezogen, nur jetzt ist es kein “Hangover” Film mehr, sondern ein sinnloser Crime-Film mit Logikfehlern und sehr abstrusen Humor mit dem gleichen Cast wie bei den bisherigen Filmen. Ich behaupte, der Film wäre erfolgreicher gewesen, wenn sie den ersten Film zum zweiten Mal wiederholt hätten. Nicht besonders originell, aber man hätte gewusst woran man ist, es wäre vermutlich recht amüsant geworden und alle hätten ihre Ruhe. Nun ja.

Eines der Probleme ist einfach, dass Ken Jeong und Zack Galifianakis interessante und recht lustige Charaktere in den Hangovers spielen, aber wirklich nur in Dosen erträglich sind. Da sich der Film jetzt hauptsächlich um die Beiden dreht, tut also sein Übriges. John Goodman konnte sein Potenzial auch nie wirklich ausspielen, genauso wenig wie Bradley Cooper. Schade eigentlich, denn auf der Leinwand sind überwiegend großartige Schauspieler gewesen.

Es gibt die Theorie, dass Todd Phillips keinen “Hangover” mehr machen wollte, aber das Studio beharrte auf einer weiteren Fortsetzung. Da Todd Phillips nicht wollte, dass die Serie ohne seinem Zutun weitergeführt wird, machte er diesen abstrusen Film als großes “Fuck you” an alle. Kann sein, halte ich allerdings nicht für weiter realistisch. Allerdings kann ich mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass die beteiligten Leute am Film wirklich dachten, dass er erfolgreich sein kann. Wie auch immer, “Movie 43” hatte auch einige Stars zu bieten und gilt als schlechtester Film der jüngsten Zeit, wenn nicht sogar aller Zeiten.

Dafür hatte ich gestern die Möglichkeit, einen ungewöhnlich großartigen und originellen Film zu sehen: “The Cabin in the Woods”. Nun bin ich ja kein großer Horrorfilm – Liebhaber, aber der Film hatte etwas zu bieten, was “The Hangover Part III” nicht hatte: viel Witz, Originalität und ein paar schöne Wendungen in der Geschichte. Also ist mein Rat, spart euch das Geld für den Kinobesuch und borgt euch “The Cabin in the Woods” aus. Er ist es wert.


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