Against Dubbing

Die Stimme

Jeder Mensch hat seine ganz persönliche, einzigartige Stimme. Synchronsprecher gibt es aber nur eine gefühlte Handvoll in Deutschland. Dadurch entsteht ein monotones Potpourri der immer gleichen Stimmen. Wechselt man im deutschen Fernsehen den Sender, so hat man oft das Gefühl, man schaut immer noch denselben Film. Tom Hanks, Kevin Kline, Bill Murray, Eric Idle, James Belushi und Jeff Goldblum? Alles ein und die selbe Person? Scheint so, im deutschen Fernsehen…

Eine Stimme ist aber ein ebenso wichtiges Werkzeug eines Schauspielers wie Mimik und Gestik, wenn nicht sogar das wichtigste. Durch die Stimme wird Emotion vermittelt, sei es auch nur durch feinste Nuancen. Schauspieler am Set reagieren im Dialog aufeinander und reflektieren in ihrer Leistung die Manier ihres Gegenübers – erst dadurch entstehen wirklich authentische Szenen.

Oft stecken Schauspieler auch sehr viel Arbeit in die Entwicklung ihrer Stimme für einen bestimmten Film, sei es ein anderer Akzent oder eine ganze Tonlage. Der Australier Heath Ledger hat einen ganzen Monat damit verbracht, die richtige Stimme für den psychopathischen Joker (der im übrigen auch mit amerikanischem Akzent spricht, nicht mit Ledgers australischem) in The Dark Knight zu finden. Das Resultat lässt einem wahrlich Schauer über den Rücken laufen.


Heath Ledger als Joker in The Dark Knight

Kennt man erstmal die wahren Stimmen vieler Schauspieler, so will man sie nie mehr missen. Viele Schauspieler sind alleine schon aufgrund ihrer Stimme eine Freude zu beobachten – zum Beispiel die tiefen Stimmen von Clive Owen oder Marlon Brando, der leicht gehobene Tonfall von John Malkovich, oder die rauen Stimmen von Lili Taylor oder Jack Nicholson.