Against Dubbing

Schlechte Übersetzung und Unübersetzbarkeit

Das Thema Übersetzung ist eines der größten Probleme der Synchronisation. Es gibt viele Dinge die direkt mit der jeweiligen Kultur und Sprache des Films verbunden sind, und die sich deshalb nicht in andere Sprachen übertragen lassen.

Dadurch entstehen dann solche merkwürdigen, anscheinend von den Übersetzern selbst erfundene Sätze wie “Yippie-Yah-Yeah Schweinebacke” anstatt des im Original doch etwas vulgärerem “Yippie-Yah-Yeah Motherfucker” in Bruce Willis erstem großem Film Die Hard. Ähnlich schlimme Übersetzungen gab es in dem Klassiker Casablanca. Der Satz “Ich schau dir in die Augen kleines” hat sich zwar in die Köpfe der Deutschen eingeschlichen, mit dem Original “Here’s looking at you, kid” hat das aber nicht mehr viel zu tun. Aus dem Film wurden bei seiner Veröffentlichung in Deutschland ohnehin alle Nazis herausgeschnitten, und somit wurde die Handlung bis ins Unerkennbare verfälscht. Erst 1975 wurde das Original erneut synchronisiert und in Deutschland in seiner kompletten Fassung ausgestrahlt.

Casablanca wurde, wie auch leider viel zu viele andere Filme, Opfer ganz bewusst völlig falscher Übersetzungen. Dort wurde die Synchronisation missbraucht um Inhalte zu verfälschen, angeblich um das deutsche Publikum davor zu schützen. Ein anderes Beispiel, jedoch ohne erkennbaren Grund, ist Starship Troopers. Dort wurde der Satz…

“This year we explored the failure of democracy, how the social scientists brought our world to the brink of chaos. We talked about the veterans, how they took control and imposed the stability that has lasted for generations since”

…fälschlicherweise mit folgendem übersetzt:

“Unser Thema war dieses Jahr die politische Entwicklung der Jahrtausendwende. Und wie Außerirdische diese Entwicklung beeinflusst haben. Wir sprachen über die Bugs, wie sie die Erde angriffen und Tausenden unserer Vorfahren den Tod brachten”.

Da denkt man nur ‘WTF’?


Wortspiel

Viele Comedy-Serien leben von Wortspielen. Wenn man mal eine Serie wie Friends im Englischen mit der deutschen Synchronisation vergleicht, wird man schnell merken, dass die Dialoge im Original sehr viel mehr Sinn ergeben. Wortspiele sind hier gang und gäbe, wie das untere Videobeispiel gut demonstriert. Das trifft natürlich auch auf so ziemlich alle anderen Serien zu, wie zum Beispiel The Simpsons, Futurama oder auch House und Monk.


Friends: “Donald Trump wants his blue blazer black!”

Sprachmischung

In vielen Filmen ist die Mischung verschiedener Sprachen wichtiger Bestandteil der Handlung. Der Preisgekrönte Film Babel dreht sich beispielsweise um die Missverständnisse zwischen verschiedenen Kulturen durch mangelndes Sprachverständnis. Fünf Sprachen kommen hier zum Einsatz – und es würde definitiv keinen Sinn ergeben, wenn man versuchen würde, diesen Film zu synchronisieren.

Eine etwas kleinere aber trotzdem wichtige Rolle spielt die Mischung verschiedener Sprachen in Filmen wie The Marathon Man oder Indiana Jones. In diesen Filmen gibt es des öfteren Szenen, in denen Deutsche oder (ex-)Nazis Deutsch reden. Schaut man diese Filme in der synchronisierten Fassung, wird man sich fragen warum die anderen Charaktere mit diesen Dialogen anscheinend nichts anfangen können. Sieht man aber die Originalfassung, wird man schnell feststellen das die meist englischsprachigen Darsteller die Dialoge der deutschen Darsteller mangels Sprachkenntnis gar nicht verstehen können. Auf diesem Weg geht natürlich auch des öfteren die Komik verloren.

Eine ähnliche Situation stellt sich in der ohnehin grauenhaft synchronisierten Serie Heroes dar. In der noch guten ersten Staffel besteht ein großer Teil der Handlung daraus, das der Japaner Hiro zunächst kein Englisch spricht, die Sprache dann aber langsam lernt. In der deutschen Fassung wurde die Zweisprachigkeit aber völlig aufgehoben, Hiro spricht dort kein Japanisch und Englisch mehr, sondern nur noch Deutsch und Deutsch. Da geht nicht nur der Sinn verloren, sondern auch ein großer Bestandteil des Charmes der diesen Charakter ausgemacht hat.


Louis de Funes: “Muskatnuss, Herr Müller!”